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Auf der Seite "Gespräch mit dem Autor" werden Fragmente aus der E-Mail-Korrespondenz zwischen den Lesern und Andreas Sternowski publiziert. Sie sind auch zum Gespräch eingeladen!
Wir empfehlen Ihnen auch das Forum und dort auch unsere kulturelle Empfehlungen.
Zu "Rock Poems"
Mara Schmitt aus Gimbsheim: Sie haben nicht nur ein wundervolles Buch mit sehr guter Lyrik veröffentlicht, nein sie suchen auch den Kontakt und die Diskussion, den Dialog mit ihren Lesern. Ich wahr sehr erstaunt über ihre offene Art. Damit meine ich ihre Offenheit und auch ihre Ehrlichkeit mit der sie auf die ihnen unbekannten Menschen zugehen. Ich habe auch ihre Texte auf ihrer Internetseite gelesen und es gibt einen, der es mir besonders angetan hat: "Erkenntnis". Für mich spiegelt sich nicht nur der Tod darin, sondern auch eine ganze Gefühlswelt die ein Mensch erleben muss: sie schreiben, nein, sie beschreiben es so wunderbar, dass selbst nach mehrmaligen lesen, der Zauber noch nicht entwichen ist. Ihr Gedicht fängt so sanft und so nichts ahnend an und dann wird man in den Tod, in die Unwissenheit, was kommt danach, in den Schmerz einfach so hineingerissen und man fängt an nachzudenken, über diesen Traum, über die Wahrheit die vielleicht, nein, die ganz sicherlich in ihren Worten steckt, und ich frage mich, was kommt danach, nach dem Schmerz, nach der Erkenntnis - kann die Seele ruhen?
A.Sternowski: Der Tod ist in meinen Texten präsent, weil er das Leben beendet, endgültig und unwiederbringlich, und über das Leben möchte ist schreiben. Alle Texte in diesem Buch haben eigentlich ein Thema. Ich gehe sogar so weit, dass ich dem gesamten künstlerischen Schaffen nur ein Thema zugestehe. Wir sind Menschen, gewiss, aber denken Sie nach, wie viel von Ihrer Energie, Ihrer Zeit, von Ihrem Lebens die Gesellschaft, die Ökonomie in Anspruch nimmt. Wir sind ein Teil eines Systems, eines "Organismus". Aber den eigentlichen Sinn unserer Existenz suchen wir doch in uns als Individuum und der Fakt, dass sie zeitlich begrenzt ist, erzeugt einen permanenten, einen wachsenden Druck, die Fragen nach dem Sinn, nach dem, was uns ausmacht, was wir anderen geben und bedeuten, nach dem, was uns erfüllt, zu beantworten.
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Was ist wichtig...
Christoph aus Hamburg: Ich habe in deinen Texten eine ganze Palette von Gefühlen und Gedanken entdeckt und die meisten von ihnen wiedererkannt. Ich habe mich mit mir selbst beschäftigt während ich las. Dafür danke. Was den eigentlichen Sinn des Lebens betrifft, stellst du aber nur Fragen oder machst Andeutungen. Hast du auch eine Antwort?
A.Sternowski: Die Suche nach dieser Antwort gibt unserem Leben Sinn. Meine Antwort heute ist einfach: ich möchte glücklich sein, am besten jede Stunde meines Lebens, und Glück verschenken, am besten allen, die es von mir empfangen wollen. Manche Menschen leben in der Zukunft, manche in der Vergangenheit. Ich bin es mir sicher: glücklich kann man nur sein, wenn man jetzt lebt. Tue ich so? Zu selten. Meistens geht es mir, wie in dem Gedicht "Irgendwann" beschrieben, und verpasse einiges und... versuche aus dieser Erkenntnis zu lernen.
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Zu Gefühlen
Andrea aus Roßtal: Dieses Verliebtsein ist etwas wunderbares. Es taucht die Welt in eine Atmosphäre, die du so schön beschrieben hast. Aber da dieses Gefühl meist nicht lange anhält, wird es mit der Liebe zunehmend schwieriger. Liebe ist so vielschichtig, dass man Gefahr läuft, gegen sie zu arbeiten. Wenn man liebt, hat man auch Erwartungen, die aber in den wenigsten Fällen erfüllt werden. Ich denke, das ist das eigentliche Problem. Die Balance halten zwischen Geben und Nehmen. Und die so genannte selbstlose (wahre) Liebe gibt es meiner Meinung nach nicht. Sie ist ein Ideal, für Menschen unerreichbar.
A.Sternowski: Natürlich gibt es die wahre Liebe. Ob sie auch selbstlos ist, ist eine andere Sache. Unser Leben ist nicht selbstlos, sonst würden die Menschen aussterben. Das schmälert doch aber nicht die Wahrhaftigkeit unserer Gefühle.
Andrea aus Roßtal: Liebe ist eine wunderbare Erfahrung, wenn sie erwidert wird. Aber wir wissen ja, wie es ist, wenn wir mit diesem Gefühl alleine sind. Und da ist noch ein Punkt, den man nicht vergessen sollte. Jeder hat eine andere Vorstellung von diesem abstrakten Begriff, deshalb geht auch jeder anders damit um. Vielleicht klingt das etwas plump, aber es ist schwierig über ein Gefühl zu schreiben, das man selbst noch gar nicht richtig beherrscht. Ich denke, lieben muss man das ganze Leben lang hindurch lernen.
A.Sternowski: Liebe ist nichts, was man beherrschen kann. Nichts, was man lernt. Sie passiert einfach. Ein Korn fällt auf einen fruchtbaren Boden, platzt, wächst, blüht auf. Was man vielleicht lernen kann, ist mit unseren Gefühlen umzugehen, klüger umzugehen. Wenigstens können wir es ja versuchen…
Liebe als ein abstrakter Begriff? Du kreist mit deinen Worten um die Liebe und traust dich nicht, ihr direkt in die Augen zu sehen. Und ich weiß, warum, und du weiß, warum: weil es weh tun kann. Was Wunderbarste, das Einzige, was uns bis auf die Knochen glücklich machen kann, kann auch am schmerzvollsten verletzen. Als Begriff ist Liebe wie ein Schmetterling im zoologischen Museum: getrocknet, in einem mit rotem Samt ausgeschlagenem Kästchen befestigt. Liebe ist nur, wenn man sie in den Armen hält, sie an die Brust presst und die Luft bleibt aus.
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Zu Lyrik
Ina Alexandra aus Wetzlar: Ich bin wohl gänzlich dem aufklärerisch angehauchten Gedanken verfallen, die Kunst, sei es Poesie, Musik, Theater etc, müsse, nachdem sie unser Innerstes "auf den Kopf gestellt hat", zu Handlungen, Veränderungen führen... Diesen Gedanken möchte ich einfach weiter geben und dir danken, weil du, wie man sieht, viele Menschen dazu bewegt hast, sich zu wandeln... oder auch wahrhafter das zu werden, was sie schon waren...
A.Sternowski: Soll die Kunst Menschen verändern wollen? Ich meine: nein. Kann die Kunst Menschen verändern? Vielleicht, manchmal... Wobei ich überzeugt bin, das sich Menschen nur dann verändern, wenn sie von sich alleine, aus der Kraft der eigenen Seele, zu einer Veränderung gereift worden sind, wenn sie einfach schon so weit sind. Dann kann (das passiert sogar öfters) ein Impuls, ein Gespräch, ein Zeichen, ein Kunstwerk die Zündung geben.
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plaudern...
Andrea aus Roßtal: Danke für Deine Beurteilung meiner Texte. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Deine Texte haben mich sofort angesprochen, da sie vom Inhalt her meinen Gedankengängen ähneln. Jedoch sind bei Deinen Gedichten, trotz gefühlvoller Poesie, Stellen zu erkennen, die beinahe einer wissenschaftlichen Beschreibung gleichen. Kann es sein, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Ausdrucksweise haben? Vielleicht liegt es aber auch am unterschiedlichen Umfeld, Beruf, Erfahrung, Herkunft usw. Ich finde es jedenfalls erstaunlich, dass du als Manager die Fähigkeit besitzt, mit deinen Texten die innersten Gedanken und Gefühle von so vielen Menschen anzusprechen.
A.Sternowski: Männer und Frauen denken und fühlen definitiv verschieden. Und auch wenn ich mich meiner Gefühle nicht schäme, nutze ich auch meine Vernunft, um der Welt, den Menschen zu begegnen. Wenn man nach Wahrheit sucht, muss man, glaube ich, beide Instrumente benutzen.
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